Landestheater Detmold

Othello

William Shakespeare
Othello ist ein geachteter und erfolgreicher General der venezianischen Armee. Sein Status scheint unantastbar und steht doch in Diskrepanz zu seiner dunklen Hautfarbe, die ihn zum „Fremden“ macht, auch zum Ziel von Verhöhnung und Ablehnung. Heimlich heiratet Othello die junge Desdemona, die sich mit ihrer Entscheidung für diese Liebe gegen ihren Vater stellt. Othellos Fähnrich Jago, erzürnt darüber, dass der Leutnant Cassio ihm bei einer Beförderung vorgezogen wurde und getrieben von Hass und Machtwillen, spinnt eine tödliche Intrige: Er überzeugt Othello davon, dass Desdemona ihn mit Cassio betrügt. Außer sich vor Eifersucht und dem Gefühl, getäuscht worden zu sein, tötet Othello Desdemona und als ihre Unschuld ans Licht kommt, sich selbst.
Besetzung: 
Philip Weggler: Othello
Katinka Mache: Desdemona
Henry Klinder: Brabantio
Markus Hottgenroth: Jago
Jan Felski: Roderigo
Dominic Betz: Cassio
Susann Toni Wagner: Emilia
Joachim Ruczynski: Montano
Bühnenbild: 
Mark Späth
Kostüme: 
Diana Amman
Musik: 
Felix Leuschner
Dramaturgie: 
Christian Katzschmann
Regie: 
Ulf Goerke
Foto(s): 
M. Hörnschemeyer

Kritiken

Lippische Landeszeitung

Es gab viel Beifall für eine anfangs gewöhnungsbedürftige, dann aber zunehmend faszinierende „Othello“ Premiere. „Schnick, schnack, schnuck!“ In bester Tradition der Shakespeareschen Narren überlassen zwei Schauspieler dem Zufall die Entscheidung, wer welche Rolle übernehmen wird. Denn schließlich steckt in jedem von ihnen der edle Mohr Othello und der schurkische Jago. (...)
Auf der schrägen Spielfläche einer Hafenmole liegen große schwarze Reifen, die als Spielball und Wurfgeschoss, als Sessel und Rettungsring gleichermaßen dienen. Pantomime und Slapstick- Comedy, schlagen allzu bald in bitter- tödlichen Ernst um. (...) Die Regie von Ulf Goerke entwickelt aus kleinlichen Intrigen, Eifersüchteleien und Postenschacher die überaus langsam, aber unaufhaltsam entstehende, tödliche Tragödie. (...) Die Regie verzichtet bewusst auf das bei Shakespeare angesagte Schluss- Gemetzel. Nur eine sanfte Berührung vollendet Desdemonas Geschick. Zurück bleibt ein im inneren Eis erstarrter Othello. Das Spiel endet mit Verlierern auf allen Seiten. Schnick, schnack, schnuck.