Theater Augsburg

Der Zauberer von Oz

nach dem Roman von Lyman Frank Baum
Textfassung: Ulf Goerke
Premiere: 
17. November 2012
Mitten in der weiten Landschaft von Kansas lebt Dorothy mit ihrem kleinen Hund Toto bei ihrem Onkel Henry, einem Farmer, und seiner Frau Em. Als ein Wirbelsturm durch das Land tobt, werden Dorothy und Toto samt Haus in die Luft gerissen. Nach langem Flug landen sie in einem Zauberreich und erschlagen dabei zufällig mit ihrem Häuschen die böse Ost-Hexe. Dorothy begibt sich auf die Reise in die Smaragdstadt, wo ihr der Zauberer von Oz helfen soll, zurück nach Kansas zu kommen. Zum Glück findet sie während der langen Wanderung Freunde: eine Vogelscheuche, die sich Verstand wünscht, den Blechmann, der nichts lieber hätte als ein Herz, und einen feigen Löwen, der sich vom Zauberer Mut schenken lassen möchte. Doch als sie nach vielen bestandenen Abenteuern ankommen, erwartet sie schon eine neue Aufgabe. Der Zauberer von Oz verlangt von ihnen, dass sie die böse West-Hexe töten. Erst wenn diese Aufgabe gelöst ist, können ihre Wünsche vielleicht erfüllt werden. Weltweit bekannt wurde die Geschichte vom Zauberer von Oz durch die amerikanische Verfilmung aus dem Jahr 1939.
Besetzung: 
Lea Salfeld: Dorothy
Florian Innerebner: Herr Vogel / Vogelscheuche
Alexander Darkow: Herr Blech / Blechmann
Martin Herrmann: Herr Löwe / Löwe / Vogel 1
Nicholas Reinke: Onkel Henri / Munchkin 1 / Vogel 2 / Oz
Elna Lindgens: Tante Em / Gute Hexe / Vogel 3 / Böse Hexe
Wencke Bauer: Hexe Glinda / Munchkin 2
Ausstattung: 
Isabell Kittnar
Musik: 
Adrian Siebert
Video: 
Matthias Wulst
Dramaturgie: 
Tobias Vogt
Regie: 
Ulf Goerke
Foto(s): 
Nik Schölzel

Kritiken

Augsburger Allgemeine

Man könnte herausheben, wie dieses Stück das Misstrauen gegen zweifelhafte Autoritäten schärft, wie es die Einsicht in die eigene Stärke fördert, wie es die Freundschaft als Wert hochhält. Aber vor allem sollte man hier erzählen, welchen großen Spaß es macht, den „Zauberer von Oz“ im Theater Augsburg zu sehen. Regisseur Ulf Goerke und sein Team (...): Sie haben aus der Romanvorlage von Lyman Frank Baumann ein so abwechslungsreiches, spannendes und gewitztes Kinderstück gemacht, dass man sich um Nachwuchswerbung beim Augsburger Theaterpublikum in den kommenden Wochen keine Sorgen machen muss. (....)
Auf die fantastische Vorlage von Lyman Baum setzt Goerke mit vielen originellen Einfällen noch eins drauf: Hund Toto, der als Handpuppe zum Leben erweckt wird, knuffig blaue Kugel- Munchkins, zahnlückige Monster, die auf Videoprojektionen erscheinen. Mit einfachen Mitteln schaffen sie großes Theater und kitzeln die eigene Imaginationskraft der Zuschauer heraus. Welch ein gelungener und dazu pädagogischer Kniff, den Kampf gegen die böse Hexe nicht in natura auf der Bühne zu zeigen, sondern von den drei Freunden erzählen zu lassen und die dramatische Schilderung dann noch als Prahlerei aufzudecken!
Einfach zauberhaft- nicht nur, wie sich am Schluss alles auflöst, sondern schon die eineinhalb Stunden zuvor.

Bayern 3 Kultur

Das Londoner Victoria & Albert Museum wirbt für seine aktuelle Ausstellung Hollywood Kostumes mit einem Paar roter Mädchenschuhe. Sie stammen aus dem Set des 1939 gedrehten Meisterwerks der Zauberer von Oz. Das Erbe eines dermaßen populären Stoffes ist für Theatermacher nicht immer leicht zu schultern. Für die Inszenierung in Theater Augsburg hat sich Regisseur Ulf Goerke an das Thema herangewagt und dafür auch gleich eine eigene Textfassung vorgelegt. Um es klar zu sagen. Die Arbeit hat sich gelohnt. In knappen zwei Stunden lässt Goerke die aus dem vorletzten Jahrhundert stammende Dorothy in einer zeitgemäßen Lebendigkeit durch reale und weniger reale Welten schreiten das es eine Freude ist. (...) Kurz, meinem fünfjährigen Sohn hat es gut gefallen, mir auch und ihnen wird der Zauberer von Oz bestimmt auch Spaß machen.

liesLotte Familienmagazin

Die Augsburger Inszenierung von Ulf Goerke ist schnörkellos und zeitgemäß, mit der richtigen Prise Witz und Märchenzauber, ansonsten auf das Wesentliche reduziert. Hingehen und staunen!

Augsburg Journal

Ins triste, nebulöse Grau mit ein paar weißen Kuben blickt man beim Kinderweihnachtsmärchen. Irgendwo hinter rockt eine Band. Was tut das Theater Augsburg seinem jungen Publikum an, denkt der Erwachsene zunächst. (...)
In Augsburg ganz eigener Schauspielfassung von Regisseur Ulf Goerke sitzen Groß wie Klein knapp zwei Stunden vor ein in Nebel gehauchtes Etwas, dessen graue Seiten- Wände ungetüncht mit der harten Realität konfrontieren. „Witzig“, tönt es aus der ersten Reihe: „cool“ urteilt man rechts, „echt voll süß“ zur Linken- die neorealistische Regie- Rechnung geht scheinbar auf, Goerkes sympathische Protagonisten ohne Helden- Gehabe können auch oder gerade in nüchterner Nebelschwaden- Kulisse punkten. Dabei ist gerade die Geschichte um Dorothy aus Kansas, visuell wie farbenfroh stark vorbelastet: Die weltbekannten Kinderbuch- Illustrationen (...) weisen bildnerisch einen deutlich konservativeren Weg. Jenseits der Theater- Konvention erzählt die mutige Augsburger Fassung die Story: Hier macht sich ein von Ängsten geplagtes Vier- Gespann (...) auf zur Smaragdstadt. (...)
Gespickt mit Pointen ohne Anlauf ist Goerkes leise Inszenierung. Und auch das Ende sorgt in Augsburg für einen Aha- Effekt: Nach Animationsfilm landete Dorothy wieder zuhause in der Firma ihres Onkels. Kurz angebundene Angestellte werden- wie man erst jetzt bemerkt- von den selben Schauspielern dargestellt wie die abenteuerlustige Phantasie- Truppe. Oft liegen Traum und Wirklichkeit nah beieinander.
Die Komposition von Adrian Siebert mit Band, (...), unterstreichen nahezu kongenial den unprätentiösen Charakter dieser Regiearbeit!
Noten: Regie- 5 Sterne; Schauspiel- 4 Sterne; Ausstattung- 4 Sterne; Musik- 4 Sterne