Badische Landesbühne

Die Leiden des jungen Werthers

nach dem Briefroman von J.W. Goethe
Textfassung: Ulf Goerke
Premiere: 
18. Januar 2014
Um Abstand zu gewinnen von seinem Weltschmerz, von vergangenen Lieben und um seinem künstlerischen Drängen nachgeben zu können, zieht der aufgewühlte junge Werther aufs Land. Dort schwelgt er in tiefgründigen Betrachtungen von Natur und Menschen und gibt sich ganz seinen Empfindungen hin. Die Begegnung mit der schönen Lotte trifft ihn wie ein Blitzschlag. Werther verliebt sich nicht nur in sie, mehr noch verliebt er sich in das Gefühl, in Lotte verliebt zu sein. Er steigert sein Verlangen bis ins Unerträgliche. Dass Lotte mit dem bodenständigen Albert verlobt ist, scheint Werther nur noch weiter anzuspornen. Bis zur Ekstase treibt er seine unerfüllte Leidenschaft, lustvoll und dabei völlig verzweifelt wankt er auf eine Katastrophe zu.
Besetzung: 
Markus Wilharm: Werther
Stefanje Meyer: Lotte
Frederik Kienle: Albert
Ausstattung: 
Mattias Wulst
Musik: 
Kostia Rapoport
Dramaturgie: 
Olivier Garofallo
Regie: 
Ulf Goerke
Foto(s): 
Peter Empl/ Matthias Wulst

Kritiken

Wetzlarer Neue Zeitung

Gekonnt lässt das Trio die Charaktere aus Goethes Meisterwerk lieben, leiden und loslassen. Markus Wilharm fasziniert als leidenschaftlicher Werther, Stefanje Meyer mimt überzeugend die kühle, aber auch kokettierende Lotte. Mit der Musik von Kostia Rapoport wirkt das Stück nah, die Probleme aktuell und vertraut, auch wenn Ulf Goerke in seiner Inszenierung Werther durch Goethes Originalsprache fremd wirken lässt. Keine Sekunde Langeweile kommt bei den Schülern auf. Sie bangen mit.

Biberach Zeitung

Die Bruchsaler brachten eine exzellente Inszenierung auf die Bühne. Der Regisseur entwickelte die drei Charaktere in ihren Handlungen, ihren gegenseitigen Verstrickungen unerbittlich zum zwangsläufigen Ende. Mit rapiden Wechseln erzeugte er hohe Spannung. Markus Wilharm war ein ebenso von sich überzeugter wie zweifelnder Werther, der mit wunderbarer Diktion im Habitus des zornigen jungen Manns die Goethesche Hochsprache zum Klingen brachte. Ein großartiger Theaterabend wurde zurecht mit lang anhaltendem Beifall bedacht.

Schwarzwälder-Bote

Das Ensemble aus Markus Wilharm (Werther), Stefanje Meyer (Lotte) und Frederik Kienle (Albert) bewegte sich auf dem schmalen Grat zwischen Texttreue und dramaturgischer Freiheit. Diese Herausforderung meisterte das Terzett in imposanter Manier. Ulf Goerkes Bearbeitung zeichnet sich dadurch aus, dass er inhaltlichen Ballast abgeworfen hat, mit etlichen Verfremdungen arbeitet und doch stets den roten Faden beibehält. Die Ausstattung von Matthias Wulst ist nüchtern-sachlich gehalten und korrespondiert mit der Alltagskostümierung. Kostia Rapoports Musikarrangements verdichten mit eindringlichen Tonabfolgen Handlung und Sprechteile. Die Schüler verfolgten gebannt die auf diese Zielgruppe abgestimmte Aufführung. Ihr Beifall belegte, dass das ehrgeizige Vorhaben gelungen war.